Archiv Koerle

Ersterwähnung von Empfershausen

1303 Ersterwähnung des Ortes. Damals hieß das Dorf: „Engelbrechteshusen

Wann und in welchen Akten Empfershausen zum ersten Mal erwähnt worden ist, blieb lange Zeit umstritten. Mehrere Historiker wollten in „ Engelmareshusen“, das 1123 erstmals genannt wird, Empfershausen erkennen. Das ist nach Auffassung des Marburger Staatsarchivs falsch. Bei Engelmareshusen handelt es sich um „Elmarshausen“ bei Wolfhagen.

Empfershausen ist dagegen erstmals im Jahre 1303 genannt. In diesem Jahre belehnte der hessische Landgraf Heinrich II. den Ritter Johann Riedesel „mit Einkünften von einer Mark Silbers in Engelbrechteshusen“. Der Ritter war damals ein sogenannter Burgmann in Melsungen. Später zogen die Ritter von Riedesel in das Schloß Ludwigseck und kurz darauf in das Schloß Eisenbach bei Lauterbach. Mitglieder des Geschlechts der Riedesel hatten beim landgräflichen Hof in Kassel hohe Ämter inne. So kam es im Lauf der Jahrhunderte zu einem umfangreichen Grunderwerb und zu
Steuereinnahmen in den Dörfern unserer Gegend. Zur Verwaltung dieser Güter und Rechte gab es in Melsungen eine Riedeselsche Vogtei. Das stattliche Haus, in dem diese Vogtei untergebracht war, befand sich im Eisfeld. Leider ist es bei der Besetzung durch die Amerikaner am Ende des 2. Weltkrieges völlig zerstört worden. Weil Landgraf Heinrich II. den Ritter Johann Riedesel durch die bezeichnete Urkunde auch in anderen Dörfern mit Einnahmen von einer Mark Silbers bedachte, gibt es im Jahre 2003 gleich in mehreren Dörfern der Umgebung von Melsungen eine
700-Jahrfeier. Die Urkunde mit der Ersterwähnung befindet sich heute im Archiv der Riedesel Freiherren zu Eisenbach in Lauterbach.

Verfasst von:
Heinz Rüdiger
1929 - 2019


Dieser Beitrag wurde eingestellt von: John-Mikel Reitzig

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